Auch das Gewerbe braucht Platz in der Stadt. Während es auf dem Büromarkt Bewegung gibt, ist für Firmenansiedlungen kein Platz vorgesehen.
10.10.2026Salzburger Nachrichten, Bernhard Schreglmann
Erstmals sind präzise und kleinräumige Passantenfrequenzen für den Handel in ganz Österreich verfügbar. Eine aktuelle Analyse von RegioData Research zeigt, dass touristisch geprägte Toplagen vielfach zulegen, andere etablierte Handelszonen durch Geschäftsschließungen aber zunehmend unter Druck geraten. […]
„Die Getreidegasse war in den vergangenen Jahren im Umbruch“, bestätigt Wolfgang Maislinger vom Immobilienbüro Hölzl & Hubner: „Viele Namen, vor allem aus dem Bereich Mode und Schuhe, gibt es nicht mehr“. Jene, die geblieben sind, haben die Chance genutzt und sind an einen besseren Standort übersiedelt. „Jetzt ist es so, dass frei werdende Flächen wieder neu vermietet werden, allerdings mit Abschlägen und kürzeren Bindungen“, betont Maislinger: „Die Spitzenmieten sind um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen.“
Trotzdem ist der Experte zufrieden, denn der Salzburger Einzelhandel laufe besser als noch vor zwei oder drei Jahren, die Leerstände sind rückläufig: „Immer mehr Anfragen kommen von neuen, außerhalb Salzburgs beheimateten Unternehmen, die einen passenden Standort suchen.“ Schwer zu vermitteln – gerade in der Getreidegasse – seien mehrgeschoßige Flächen, alle Erdgeschoße würden gut angenommen. Neben regionalen Anbietern wollen auch neue Filialisten in die Stadt, die online aktiv sind, aber nun eine stationäre Niederlassung suchen. „Das Angebot hat sich dem Markt angepasst, der Wandel war notwendig.“ Es sei aber zu registrieren, dass der Tourismus manches abfedert und ausgleicht. […]
Ganz anders ist die Situation auf dem Büromarkt. […] „Für gut gelegene und qualitativ hochwertige Bestandsflächen ergeben sich neue Vermietungschancen. Bei älteren Gebäuden mit entsprechendem Investitionsbedarf wird dagegen auch über Sanierungen oder alternative Nutzungen nachgedacht werden müssen.“ Das bestätigt auch Maislinger: „Das bringt schon Bewegung, allerdings sind die bisherigen Gebäude meist in Landesbesitz und sollen teils für Wohnzwecke genutzt werden.“
Was sich auch geändert hat, ist neuerdings das Augenmerk der Firmen auf eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Früher waren schnelle Erreichbarkeit und ausreichend Parkplätze wichtige Kriterien. Maislinger: „Deshalb funktionieren nun innerstädtische Angebote mit einer Struktur der kleineren Einheiten und zeitgemäßem technischen Standard wieder gut.“ […]
Immer attraktiv ist die Stadt für die Gastronomie. Da verzeichnen wir Zuwächse, auch weil die Einheimischen trotzdem gerne in die Stadt gehen“, sagt Wolfgang Maislinger: „Natürlich spielt da der Tourismus auch eine Rolle, der zunehmend auch in den Zwischensaisonen da ist, und auch der Kongresstourismus.
Ein ganz anderes Thema im Bereich Gewerbeimmobilien sind Hallen und Logistik. „Zwei Bereiche gehen hier gut“, sagt der Experte: „Einerseits neuwertige Hallen für Produktion, Entwicklung und Labore. Das sind sehr hochwertige Objekte.“ Andererseits sind kleinteilige Hallen attraktiv, die Platz für Handwerker, Werkstätten und auch Dienstleister bieten. […]
Ein ewiges Problem in der Stadt Salzburg sind die Gewerbegrundstücke. Vor allem durch die Grünlanddeklaration gibt es ohnehin schon zu wenig Flächen für den Wohnbau, für Gewerbeflächen ist es noch schwieriger. […] Maislinger: „Die Stadt drückt nach außen.“ Damit ist gemeint, dass es stadtnahe Gewerbeflächen de facto nicht mehr gibt, bestenfalls noch in einigen Gebieten im Flachgau. Maislinger: Was fehlt, ist, dass Betrieben in schwierigen Lagen etwas anderes in der Stadt geboten wird.“
Gesamten Artikel hier downloaden.